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Schuh-Unikate mit nachhaltigem Profil

Schuh-Unikate mit nachhaltigem Profil

Ravi und Ricardo, Gründer des Labels für Herrenschuhe «ja, ja, genau».
Geht es um Füsse, arbeiten Ravi und Ricardo Hand in Hand: Zusammen haben der Finanzfachmann und der Industrie-Designer 2015 das Label «Ja Ja Genau» gegründet.

«Ja Ja Genau» fertigt aus alten Frauenjupes mutige Herrenschuhe – nur ein Paar pro Design. Warum dazu ebenso Mode- wie Öko-Bewusste euphorisch ja sagen. 

Wie oft habt ihr in letzter Zeit «ja, ja, genau …» gemurmelt? Ravi Seth und Ricardo Páramo finden, dass wir alle das dauernd dahinsagen. Kurzerhand tauften sie deshalb ihr Schuhlabel: «Ja Ja Genau». Einmal darauf sensibilisiert, ertappe ich mich selbst dauernd beim «ja, ja, genau»-Sagen. Zum Beispiel, wenn Ravi Seth beklagt, welch eintöniges Schuhwerk sich die Herren an die Hufe schnallen.
Braun. Schwarz. Braun. Schwarz. «Boring!», lautet sein Fazit. Diesem Einheitsbrei wollte er mit kunterbunt karierten Klassikern entgegentreten: «Ich muss die Muster von Tweed-Jacken auf Schuhe bringen … und das auf möglichst nachhaltige Weise», träumte er. Bis das gelang, vergingen  rund 15 Jahre.

Vom Banker zum Schuh-Designer

Der gebürtige Inder arbeitete als Banker im Finanz-Hotspot London. Bald langweilte ihn nicht nur sein Job, sondern auch das damit verbundene Mode-Diktat. Selbst teure Ledermodelle quetschten Gliedmassen – und Gelassenheit. Nachdem er sich von Finanzbrache und Fussschmerzen befreit hatte, schnürte er die Idee vom Business-Schuh, der bequem ist wie ein Sneaker. «Wenn es das noch nicht gibt, erfinde ich es!», motivierte sich der Schuh-Fan. Er tüftelte auf eigene Faust an der Fussbekleidung. Sein Prototypen-Puzzle ging aber erst auf, als er auf einer Party Ricardo Páramo kennenlernte. Schnurstracks sprang der Industriedesigner auf das Projekt an und steuerte das Know-how für die Produktion bei, das Ravi fehlte.

 

Sein allererstes Modell stellt Ravi bei sich zuhause aus – tragen kann er es nicht. «Es ist ein einzelner Schuh, schliesslich konnten wir es uns nicht leisten, immer Paare zu produzieren», grinst er. Zusammen mit Ricardo entwickelte er eine vierlagige «Sandwich-Beschichtung», damit die Stoffe robust und sogar wasserabweisend sind. «Die Textilien für die ersten fünfzig Paare stöberte ich in Brockis auf», erinnert er sich. Mittlerweile pickt Caritas Vorarlberg für ihn laufend Kleidungsstücke aus der Sammlung. Danach erliest Ravi, welchen Jupes oder Jacketts er ein zweites Leben als Schuh schenkt. «Ein emotionaler Moment, im Stoffhaufen ein exklusives Muster aufzuspüren…», findet der Schatzsucher.

 

Schuhmodell für Frauen geplant

Sind Schweizer Männer nicht zu schüchtern für die tollkühnen Treter? «Nein», meint Ravi, «gerade, weil ihnen Nachhaltigkeit wichtiger ist als anderen – das öffnet uns Türen». Die Basler Schuhe sind nicht bloss gemustert, sondern auch mustergültig: Eine kleine Manufaktur in Spanien stellt sie aus komplett nachhaltigen Materialien in Handarbeit her. Bisher gibt es ein Herrenmodell, das zugleich teppichetagen-, tanzboden- und rasentauglich ist. Alle Frauen unter euch, die deswegen ein Schnütchen ziehen, können aufatmen: Ravi entwirft zurzeit Damenmodelle, was allerdings eine Herausforderung ist. «Fragt man zehn Frauen, welchen Stil sie wünschen, kriegt man zehn komplett verschiedene Antworten.» Also, ich wüsste karoquadratgenau, mit welchen Tweed-Schuhen ich die Welt erstiefeln würde: Stiefelette, runde Kappe, 6.5 cm Blockabsatz. … ja, ja, genau!

Die Herrenschuhe von «Ja Ja Genau» gibt es online, ein Besuch im Showroom ist auf Vereinbarung möglich. Speziell für Weihnachten ist der Showroom am 16. Dezember 2017 von 10-18 Uhr geöffnet. Lernt bei dieser Gelegenheit das «Ja Ja Genau»-Team kennen – und probiert fleissig Schuhe an.  Und Ladies, wenn das erste Karo-Damenmodell auf dem Absatz steht, kreischen wir hier so laut, dass ihr es sicherlich mitkriegt!

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