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Missglücktes Gemälde wird zur Tasche

Missglücktes Gemälde wird zur Tasche

Die Thunerin Wanda Bracher zaubert aus Leinwand, Farbe und viel Herzblut einzigartige Taschen. Ein eigenes Label war nie geplant – doch durch einen Zufall kam alles anders.

Die schönsten Liebesgeschichten beginnen durch Zufall. Wanda Bracher und ihren «Prunkstücken» erging es gleich. Die Webentwicklerin hatte schon immer eine kreative Ader und lebte diese für sich mit Farbe und Pinsel aus. Als sie eines Tages – nach vielen «Verschlimmbesserungen» – frustriert vor einem ihrer Acrylbilder stand, griff sie nach einem Topf goldener Farbe und übermalte kurzerhand das komplette Gemälde. Dieses stand lange Zeit in einer Ecke, bis die Thunerin plötzlich einen Geistesblitz hatte: Sie wollte dem Bild neues Leben einhauchen, indem sie aus der goldenen Leinwand eine Tasche designt. So war das allererste ihrer «Prunkstücke» geboren.

Wanda Bracher vom Taschenlabel «Prunkstücke» färbt die Leinwand mit einem Spachtel goldig ein.
Die hochwertige Leinwand aus Langenthal färbt Wanda mit einem Spachtel ein. «Die Technik verleiht dem Material eine einzigartige Struktur.» (Foto: Fotografie Stampfli)

Neue Tasche wird zum Hingucker

«Ich wurde oft auf der Strasse angehalten und gefragt, woher ich die Tasche hätte», erinnert sich Wanda lächelnd, «da merkte ich, wie gut die ‹Prunkstücke› ankommen.» Das ist jetzt drei Jahre her. Inzwischen hat sich die 47-Jährige ein eigenes kleines Atelier in ihrem Haus in Hilterfingen eingerichtet, wo sie die coolen Shopper zum Leben erweckt. «Hier färbe ich die Leinwand mit Gold, Silber und Kupfer ein, zeichne die Taschen vor und arbeite Prototypen aus», erklärt mir Wanda. «Oft braucht es von jedem Modell mehrere Entwürfe, bis ich voll und ganz zufrieden bin. Vom Karabiner bis zu Reissverschluss muss jedes Detail für mich stimmen.»

 

Unikate im «Used-Look»

Der finale Prototyp wird von Wandas Näherin in Oberbütschel von Hand gefertigt. «Ich kann zwar gut mit einer Nähmaschine umgehen – für den letzten Schliff lasse ich aber lieber einen Profi ans Werk», lacht die gelernte Webentwicklerin. Danach ist Ausprobieren angesagt. «Ich trage jedes ‹Prunkstück› probe und teste es auf Alltagstauglichkeit. So sehe ich, wie sich das Material verhält.» Die Acrylfarbe, die Wanda mit einem Spachtel in die Leinwand einarbeitet, verändert sich nämlich mit der Zeit und verleiht der Tasche trendigen «Used-Look». «Durch die abgenutzte Farbe erhält jedes meiner ‹Prunkstücke› einen ganz eigenen Charakter.»

Wanda Brachers glänzende «Prunkstücke» könnt ihr an der «blickfang»-Premiere vom 24. bis 26. November in Bern ergattern.

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