Close

Wenn Blüten
 poussieren

Wenn Blüten
 poussieren

Lea Steudler und Ruedi Guggisberg sehen in Blumen wallende Röcke, in roten Kelchblättern Schmollmünder und in Holunderbeeren Kragen. 
Die Früchte ihrer Fantasie sind ausgereifte Persönlichkeiten, die auf ihren Alp-Streifzügen erwachsen.

«Der Nektar der
 Imagination
 verwandelt Grashalme in Hüte.»

Wirkt es, als würde die Lady im Engels­trompetenjupe ihre Stiele zur Umarmung erheben oder jene in der Hortensienrobe zur Pirouette ansetzen und mit ihren krautigen Wimpern klimpern, waren Lea Steudler und Ruedi Guggisberg am Werk. Seit zwei Jahren spazieren sie ihren Ideen entgegen. Mode wurzelt tief in Lea Steudlers Leben. Ihre Mutter war Schneiderin, gab ihr Sinn und Gespür für Details mit auf den Weg. Bisher war sie mit Ruedi Guggisberg stets für andere kreativ, die Blütenmode ist ihr eigenes Herzensprojekt. Begonnen hat alles mit Figuren aus Papierschnipseln, kreiert für einen Kunden. Mittlerweile mieten sie regelmässig eine Alp­hütte auf 1700 Meter Höhe, wo sie aus einer reichen, vielfältigen Flora schöpfen. Mit Brett im Rucksack, Kamera und Hund machen sie sich auf, um die Natur nach Gesichtern und Kleidung zu durchforsten. Beim Arrangement vor Ort, möglichst insektenfrei und windstill, beflügeln sie sich gegenseitig, die Fotos von den 
floralen Figuren schiesst Ruedi Guggisberg. «Gerade im Frühling muss es schnell gehen, weil die Blumen und Gräser sonst welken», 
erklärt er. Zwischen zwanzig Minuten und anderthalb Stunden dauert es, bis eine Gestalt gedeiht. Nach dem Foto nehmen sie die gezielt gepflückten Pflänzchen mit nach Hause zum Pressen. Die Künstlerin aus Gunten ist überzeugt: «Weil wir draussen vor Ort sammeln und gestalten, fliessen die Kräfte der Natur mit ein».

 

«Ein 
Blättchen vor dem Mund, welch flüsternde 
Verführung.»

 

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Close